Physical Address
304 North Cardinal St.
Dorchester Center, MA 02124
Physical Address
304 North Cardinal St.
Dorchester Center, MA 02124

Der Rodecaster Pro 2 ist ein unglaublich flexibles Stück Technik. Die Zielgruppe liegt überwiegend im Bereich der Podcaster. Für diese Zielgruppe gibt es aber auch noch viele andere Geräte. Der Rodecaster Pro 2 hat ein entscheidendes Merkmal das ihn für bestimmte Anwender konkurrenzlos macht. Der zweite USB Anschluss. Weder Mackie, Zoom, Yamaha noch Korg oder Tascam bieten die Möglichkeit zwei PCs anzuschließen. Für mich war es das Killerfeature. Ich habe zum einen meinen PC und zusätzlich ein Laptop angeschlossen. Der PC verfügt dabei dann über zwei separate Audio Quellen und das Laptop ist eine dritte zusätzliche Audioquelle. Sicher kriegt man das auch anders hin aber der Rodecaster macht das ganze sehr komfortabel und durch das flexible Routing auch sehr vielseitig.
Der erste RodeCaster hat sich für die Firma Rode schon als Erfolg erwiesen. Nachdem Tascam, Yamaha, Mackie und andere Hersteller ähnliche Produkte auf den Markt geworfen haben war es für Rode an der Zeit den Original Rodecaster zu überarbeiten.
Das Gerät kombiniert mehrere Eingangsquellen (Mikrofon/Leitung, Bluetooth und USB) mit integrierter Verarbeitung und Pad-Soundeffekt-Triggern, um einen Stereo-‚Show‘-Ausgangsmix zu erzeugen. Haupt-Stereo- und Bestandteil-Mehrkanal-Streams können auf Onboard-MicroSD, angeschlossenen USB-Speicher und über USB-Schnittstelle aufgezeichnet werden.
Er umfasst vier physische Eingänge, Stereomonitor-Ausgänge und vier Kopfhörerausgänge, wobei ein Kopfhörerausgang dem Host gewidmet ist. Das Desktop-Gerät kann außerdem mit dem unteren 1/4″-Mikrofongewinde oder einer 100mm x 100mm Vesa-Halterung montiert werden.

| Frequenzbereich | Mic Inputs: 20Hz – 20kHz Monitor Outputs: 20Hz – 20kHz |
| Mikrofoneingangsimpedanz | 4KΩ |
| Eingangsimpedanz Instrument | 1MΩ |
| Vorverstärkung | 0 – 76dB |
| Äquivalentes Eingangsrauschen | -131.5dBV (A-weighted) |
| Line Ausgang Maximum Pegel | 4dBu |
| Headphone Output Power | 250mW |
| Power Requirements | 30W USB-C PD (15V, 2A) |
| Analoge Inputs | 4 x combo jack inputs (microphone, line, instrument) |
| Analoge Outputs | 2 x balanced line output, 4 x headphone output |
| Bluetooth | Bluetooth audio with Music and Headset profile (wide band speech) |
| USB Interface 1 | 1 x 2-in/16-out multichannel device, 1 x 2-in/2-out with mix-minus |
| USB Interface 2 | 1 x 2-in/2-out with mix-minus |
| Bitrate | 32 Bit (USB1) / 24 Bit (USB2) |
| Sample Rate | 48kHz |
| Recording Storage | microSDHC, microSDXC, USB-C removable drive (exFAT – minimum 100MB/s) |
| Data Transfer | USB 3.0 SD card reader 130MB/s |
| Network Connectivity | Wifi 802.11g/n/ac 2.4GHz and 5GHz, Ethernet 100/1000 |
| OS Requirements | macOS 10.15 or later, Windows 10 Version 1803 or later, Windows 11 |
| Internal Storage | 4GB (SMART pads) |
| Abmessungen | 305 x 270 x 60 mm |
| Gewicht | 1,95 kg |
Der RodeCaster Pro 2 ist nicht nur ein tolles Stück Technik, sondern sieht auch noch gut aus. Aufgrund der kompakten Maße, für ein Mischpult mit 6 Fadern, macht er auch auf mittleren bis großen Schreibtischen eine gute Figur.




Der RodeCaster Pro 2 bietet sehr flexible Anschlussmöglichkeiten. Via Bluetooth kann man ein Handy oder ein Tablet einbinden. 4 Kopfhörer die bequem einzeln in der Lautstärke angepasst werden können. Bis zu 4 Mikrofone gleichzeitig oder 2 Mikrofone und 2 Instrumente.
Auch die Aufnahme auf eine SD-Karte oder eine USB-C Festplatte ist möglich. All diese Anschlussmöglichkeiten machen den RodeCaster nicht nur für Podcaster interessant. Auch Songwriter mit kleinem Setup oder Komponisten und Arrangeure profitieren enorm von den vielfältigen Möglichkeiten.
Ich fühlte mich beim Auspacken ein wenig in die 90er Jahre versetzt. Ich habe mir damals ein Portastudio 424 geleistet mit dem ich tausende von Aufnahmen gemacht habe. Das Gefühl beim Auspacken des RodeCaster Pro 2 war ähnlich. Prinzipiell sind die Geräte ja auch ein bisschen ähnlich, der RodeCaster kann aber einfach nur viel mehr und das auch noch besser.
Das Gerät ist sehr gut und sicher in einem ansprechenden aber nicht sonderlich aufregenden Karton verpackt. Schon beim herausnehmen spürt man hohe Wertigkeit des Gerätes. Der erste Griff ging natürlich zu den Fadern. Diese fühlen sich sehr gut an die Faderköpfe sind mit einer Mulde versehen in denen sich meine Finger ausgesprochen wohlfühlen. Jeder Kanal hat einen Solo und einen Mute Taster. Über dem Fader sind die Select Tasten angebracht und dann komm das tolle, leicht angewinkelte Touch Display.
Links neben dem Display befindet sich die Record Taste die durch einen Kunststoff Rahmen vor versehentlichem auslösen geschützt werden soll. Auf der Rechten Seite sticht zunächst ein großer Drehregler ins Auge. Dieser ist Multifunktional, zum einen kann hier die Masterlautstärke eingestellt werden, zum anderen dient er dazu die einzelnen Parameter zu ändern. Dieser Regler hat eine leichte Rasterung die ein präzises Einstellen der Lautstärke und der Parameter ermöglicht. Darüber findet man dann die 4 Drehregler für die Kopfhörer Kanäle. Hier kann jedem angeschlossenen Kopfhörer eine separate Lautstärke zugewiesen werden, für Podcaster ist das wohl ein nicht unerheblicher Grund für den RodeCaster Pro 2.
Weiter unten befinden sich die acht Smartpads des RodeCaster Pro 2, mit denen man Klänge aufrufen kann. Man kann aber auch Midi Befehle damit senden und bestimmte Funktionen in der Software damit antriggern. Z.B. als Tranportfeld für die DAW. Unter den Smartpads sind dann noch zwei Tasten um für für die Smartpads verschiedene Bänke aufzurufen bzw. durchzublättern.
Zugegeben das Anschalten an sich ist schon verwirrend. Zum einen kann es passieren das man den Schalter nicht richtig gedrückt hat, zum anderen wird das Rode Logo mit einer kleinen Verzögerung angezeigt so das man auch nicht unbedingt sofort ein Feedback hat ob das Gerät nun angeschaltet wurde oder nicht. Man gewöhnt sich aber mit der Zeit daran. Es bietet halt auch einen Schutz vor versehentlichem Ausschalten, was wohl auch der Grund für diesen speziellen Schalter ist. Für mich hätte es ein normaler Pushbutton auf der Oberseite auch getan. Es passiert eher selten das ich irgendetwas aus Versehen ausschalte.
Das Gerät begrüßt einem mit farbenfroh beleuchteten Pads, und dem Rode Logo auf dem Bildschirm. Wenn das Gerät mit dem Netzwerkkabel verbunden ist, kann es passieren das es erstmal ein Update runterlädt. Man kennt das ja, man will loslegen und nun ja, das Gerät braucht erstmal ein Update.
Der Rodecaster Pro 2 wird von Windows automatisch erkannt und als Audio Gerät angezeigt. Man hat zwei Ausgänge, diese sind dann auf dem Display des RodeCasters als USB 1 und USB 2 zu erkennen. Hier kann man nun z.B. eine Software auf den ersten Ausgang legen und den Rest auf den anderen Ausgang. Bei mir ist ein Audioausgang fest für die Notationssoftware Dorico reserviert. Da ich hauptsächlich Arrangiere und in Dorico auch komponiere, habe ich hier immer die Möglichkeit Dorico separat zum Rest in der Lautstärke anzupassen oder Stumm zu schalten. Die Systemsounds sowie die sämtliche andere Software kann ich dann über den zweiten Fader steuern. Damit ist mein Wunschsetup schon erfüllt.
Ich habe aber noch ein Laptop das von einem Masterkeyboard angesteuert wird. Hier liegt meist ein Piano Sound drauf der dann über den USB Ausgang auf dem dritten Fader des Rodecasters liegt. So kann ich meine Partitur in Dorico auf PC1 ablaufen lassen und über das Laptop dazu improvisieren, arrangieren oder komponieren. Ich habe nicht die geringste Ahnung ob das noch jemand so braucht, aber es ist mit dem RodeCaster die bisher tollste und eleganteste Lösung für mein Setup.
Jetzt kommen noch die Zusatzfeatures des RodeCaster Pro 2. Es gibt ja auch noch 4 Combo Eingänge, hier habe ich einen weiteren Synthesizer angeschlossen eine Line6 Spider für die E-Gitarre sowie eine akustische Gitarre. Somit sind meine Instrumente ständig spielbereit, in der Lautstärke schnell über die Fader anpass- und mutebar.
Die Kopfhörer Ausgänge nutze ich für verschiedene Monitor Setups. Auf Kopfhörer 1 liegt meine alltägliche Lautsprecherkombination. Ein Logitech System mit Subwoofer an das ich mich gewöhnt habe und dessen Klang ich gut beurteilen kann. Hier ist auch mein Hauptkopfhörer mit angeschlossen so das ich entweder über die Boxen oder über die Lautsprecher hören kann. Der Grund das es an Kopfhörer 1 ist liegt an dem Umstand das nur auf diesem Kopfhörer Ausgang die Solo Schaltung funktioniert. Das ist mein bisher einziger Kritikpunkt am RodeCaster Pro 2.
Drücke ich die Select-Taste oberhalb des Faders, so wird diese etwas stärker in der gleichen Farbe beleuchtet die auch für den Kanal im Display angezeigt wird. Es erscheint die Pegel-Einstellung auf dem Display. Diese ist abhängig vom ausgewählten Input. Bei den USB Eingängen vom PC oder Laptop, sowie der Bluetooth Kanal kann man den Pegel von 0 bis -26db anpassen, die Mikro und Line Eingänge lassen sich von 0 bis +76db einstellen.
Womit man sich auch etwas beschäftigen sollte ist das Routing. Hier liegt die große Stärke des RodeCaster Pro 2. In meinem Fall war das z.B. der angeschlossene Synthesizer der ja ein Stereo Signal ausgibt. Dieses liegt auf Kanal 3 und 4 an. Bei meinem bisherigen Analog Mischpult hatte ich dafür einen Stereo Eingang und konnte den Synth dadurch mit einem Fader bedienen. Bei RodeCaster kann man 2 Kanäle auf miteinander verbinden und diese dann auf einen Fader legen. Sehr praktisch und absolut selbsterklärend gelöst. Heißt man kann alle Eingänge auf irgendeinen der 6 physischen oder 3 virtuellen Fader legen.
Und nicht nur auf die Fader. Man kann auch jedem Ausgang individuelle Eingänge zuweisen. Man könnte damit also generell z.B. auch verschiedene Räume mit verschiedenen Quellen beschallen. Für Podcaster ist das natürlich ein sehr sinnvolles Feature wenn bestimmte Teilnehmer nicht alles das hören sollen was z.B. der Moderator hört.
Es gibt 3 Möglichkeiten Mehrspuraufnahmen auf dem RodeCaster Pro 2 zu realisieren. Zum einen auf eine SD Karte, besonders für Mitschnitte im Proberaum oder Livekonzerte gut geeignet. Das Ganze geht auch auf eine externe Festplatte über USB C, und natürlich auch die Aufnahme in einer DAW. Hier sollte man aber beachten das man hier nur mit direktem Hardware Monitoring arbeiten kann. Da liegen die Wurzeln des Geräts halt eher im Bereich der Podcaster. Für ein Roundtrip Monitoring über die DAW mit Plugins etc. ist die Latenz leider zu hoch, dafür ist der RodeCaster nicht geeignet und auch nicht entworfen worden. Wer also die Eierlegende Wollmilchsau sucht, der wird hier den Punkt finden wo der RodeCaster die Segel streicht, es ersetzt kein professionelles Audiointerface. Für Songwriter, Komponisten, Arrangeure und diejenigen die vielleicht Musik nur nebenbei mit aufnehmen und generell erstmal ein flexibles Mischpult für die PC Perepherie suchen, ist die Möglichkeit nur per Hardware Monitoring zu arbeiten komplett ausreichend. Im reinen musikalischen Kontext würde ich aber andere Geräte vorziehen, da bekommt man für das gleiche oder für zwei bis dreihundert Euro mehr, wesentlich passendere Geräte. Mackie DLZ, Tascam Model 12 oder 16, die Yafmaha MGX12 Serie hoder gar ein Behringer X32 Producer oder Presonus Studio Live 16.0.2 USB. Auch die Mackie Onyx Serie ist in Verbindung mit einer DAW für den Musiker eine gute Wahl.
Dank der Revolution Preamps die eigens für dieses Gerät entwickelt wurden, ist der Klang klar, detailliert und sehr brilliant. Die Preamps sowie auch der eingebaute Aphex Kanalzug lassen kaum Wünsche in der Audioqualität offen. Da ich vorher das Mackie Onyx 12 als Mischpult auf dem Schreibtisch hatte, habe ich auch einen guten Vergleich zu den wirklich hervorragenden Onyx Preamps. Im Punkt Rauschabstand sind mir keine Unterschiede aufgefallen beide Mischpulte glänzen hier mit einem sehr klaren Eingangssignal. Der Klang vom Rode ist etwas heller und neutraler während die Onyx Preamps in der Mitte einen leichten Bogen nach unten machen, das sind persönliche Präferenzen die man aber mit dem EQ auch schnell ausgleichen kann. Für eine Bandsession würde ich den Onyx 12 aber vorziehen. Aber generell ja auch ein ganz anderes Gerät.
Jedem Tierchen, sein Pläsierchen, und der RodeCaster Pro 2 hat viele Pläsierchen. Für mich endlich das „fast“ perfekte Gerät. Perfekt wird es wenn Rode den Solo Schalter für alle Ausgänge zur Verfügung stellt, man könnte es ja gerne auch schaltbar machen, so das man auswählen kann wo der Solo Schalter etwas bewirkt und wo nicht, dann wäre ich wunschlos glücklich, okay, manchmal wünschte ich mir Motorfader. Man darf ja noch träumen.
Die zwei PC Anschlüsse des RodeCaster Pro 2 sind für mich das Killerfeature. Bisher gibt es kein anderes Gerät das diese Möglichkeit bietet. Zwar hatte ich mit einem Onyx 12 ähnliches realisieren können aber das Gerät ist halt riesig, und überhaupt nicht flexibel. Das RodeCaster Pro II kann ich für meine Haupttätigkeit als Arrangeur wunderbar in mein Setup integrieren und von dort alles steuern was mir wichtig ist. Für das Komponieren und Songwriting ist die interne Mehrspuraufnahme ein Segen, und auch im beruflichen Alltag kann ich mit dem RodeCaster hervorragend Video Konferenzen managen. Der Bluetooth Eingang ermöglicht mir auch in der Freizeit Musik vom Handy auf meiner Hauptanlage abzuspielen, und bei alledem habe ich das Gerät noch nicht einmal für seinen eigentlichen Zweck, dem Podcasting und Streaming, genutzt.
Der oder das RodeCaster Pro 2 ist für jeden der mit vielen Audioquellen am Computer arbeitet, die optimale Wahl, das Gerät ist sehr Wandlungsfähig, hochwertig verarbeitet und hat eine, in diesem Preissegment, überragende Soundqualität. Für das reine Streaming Setup gibt es günstigere Lösungen, für die Musikproduktion bessere. Wer aber zwischen verschiedenen Bereichen hin und herwechselt und nicht einen ganzen Fuhrpark an Geräten anschaffen möchte der sollte das RodeCaster Pro II definitiv mit auf dem Zettel haben.