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Dorico wird vom Softwarehersteller Steinberg entwickelt. Steinberg gehört mittlerweile zu Yamaha, die Firma selbst agiert aber stark unabhängig. Durch Cubase hat Steinberg eine sehr hohe Reputation und Nutzerbase im professionellen Musikbereich.
Dorico wurde 2012 aus der Taufe gehoben nachdem Steinberg das Entwicklerteam von Sibelius übernommen hat. Die Notationssoftware ist eine moderne, leistungsstarke Notationssoftware mit Fokus auf professionelle Ausgabequalität und effiziente Workflows. Besonders geeignet für Komponisten, Arrangeure und Verlage, die komplexe Werke erstellen. Die Lernkurve ist relativ hoch, aber die Automatisierung und Layoutqualität sind branchenführend und sparen teilweise mehrere Stunden an Arbeit am Layout.
Die Noteneingabe ist kontextsensitiv. Das Programm erkennt musikalische Zusammenhänge und passt die Notation dementsprechend an. Das automatische Layout und die Kollisionsvermeidung ist branchenführend und so in keiner anderen Software implementiert. Die Wiedergabe ist sehr hochwertig durch die Verwendung von VST Sounds, bedeutet aber auch das eine entsprechende Sample Library zur Verfügung steht und entsprechende Maps dafür vorhanden sind oder erstellt werden müssen. Für viele ist die Verwendung der Drittanbietersoftware „NotePerformer“ obligatorisch, besonders im Bereich Blasorchester, Brass- und Marchingband.
Die Oberfläche erinnert stark an Cubase. Die UI ist modern und sehr übersichtlich. Die Bedienung per Maus erfolgt sehr intuitiv. So richtig ausspielen kann Dorico seine Stärken aber mit Tastatur Shortcuts, so sind Tempobezeichnungen und vor allem Dynamikangaben sehr schnell, flexibel und einfach einzugeben ohne dabei die Komplexität vermissen zu lassen.
Für den Bildungsbereich und mobile Nutzung bietet Dorico mit seiner kostenlosen Version und iPad-App einen attraktiven Einstieg.
Als langjähriger Finale Nutzer stand ich nach dem Finale-Aus vor der Entscheidung eine neue Notationssoftware zu wählen. Generell stand zuerst einfach der Gedanke im Raum das Finale alles bietet was ich brauche und ich es einfach weiternutzen kann. Dann kam aber das Angebot von Steinberg auf Dorico zu wechseln ohne Finale zu verlieren, und das sogar aus meiner EDU Version heraus, in die Vollversion von Dorico wohlgemerkt.
Anfangs war ich etwas überfordert da sich Dorico nicht so verhalten wollte wie ich es von Finale gewohnt war. Nach zwei drei überarbeiteten Partituren und zwei neuen Werken habe ich aber schnell den Bogen rausbekommen und arbeite nun schneller als je zuvor. Viele lästige Aufgaben sind mittlerweile weggefallen. Das Layout passt in den meisten Fällen ohne mein zu tun. Das Dorico Forum bei Steinberg ist eine tolle Anlaufstelle in der auch Entwickler zugegen sind und bei Problem wird einem schnell geholfen. Die Wiedergabe der Musik habe ich auf meine Bedürfnisse angepasst benutze aber auch NotePerformer, das hilft sehr damit beteiligte Personen das gleiche hören wie ich.
Größtes Ärgernis für mich ist die teilweise sehr nervige Anpassung der VST Instrumente. Wiedergabevorlagen, Percussionmaps, Expressionmaps usw. das sind alles Dinge mit denen ich mich gar nicht beschäftigen wollte. Für mich im Endeffekt aber dann doch ein neues spannendes Feld mit vielfältigen Möglichkeiten. Weiterhin ist die Arbeit in mehreren Dateien gleichzeitig eine Qual, bei jedem Sprung in eine andere Partitur vergeht eine mehr oder weniger lange Zeitspanne bis die Audio Engine wieder aktiviert ist. Durch das umschalten der Wiedergabevorlage in den Silence Mode kann man das verhindern, dann steht aber kein Playback zur Verfügung. Die Wiedergabe Engine ist so sehr sperrig, wenn auch sehr flexibel, dennoch wäre eine einheitliche und schnelle Wiedergabe-Engine eine enorme Verbesserung. Dorico ist derzeit in der Version 6 verfügbar und kostet bei Thomann 559,- €, hier lohnt es sich oft auch auf Sales seitens Steinberg zu waren, die z.B. regelmäßig zu den Blackweeks stattfinden.