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Die Sony MDR-7506 sind Kopfhörer, jeder der sich auch nur annähernd etwas mit Musik beschäftigt braucht Kopfhörer. Sei es in der Bahn, beim Sport oder im Familienkontext, um Musik zu genießen ohne anderen damit auf die Nerven zu gehen. Beim Üben eines Musikinstrumentes oder zum Gegenhören einer Musikproduktion. Je nach Anwendungsfall sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Bass- und Höhenbetonte Kopfhörer glänzen bei vielen Genres während audiophile Musikenthusiasten Ihre ganz eigene Klangvorstellung haben. Beim Sport ist eine reibungslose Bluetooth Konnektivität sehr wichtig, während Kopfhörer im Studiobereich eher linear, kabelgebunden und einen möglichst hohen Tragekomfort bieten sollten.
In der Regel kommt man um ein Paar Beyerdynamics DT-XXX nicht herum. Sie bilden generell die Referenz und sind sicher in jedem Studio zu finden und auch durch massives Youtube-Hyping in etlichen Gamer und Home Studio Setups zu finden. Generell nichts gegen einzuwenden, aber nicht für jede Kopfform immer passend. Außerdem häuft sich ja auch mit zunehmender Verbreitung die Kritik, so sind viele enttäuscht von der Qualität. Es ist öfter davon zu lesen das die DT-Serie anfällig für Defekte ist und der Frequenzgang eher Bassbetont ist. Viel Feind, viel Ehr oder hohe Verbreitung, hohe Meckerquote.
Wie dem auch sei, auch ich nenne auch einen DT-990 mein Eigen. Allerdings ist manchmal in meinem Bürostudio nicht immer die absolute Stille. Daher suchte ich noch eine geschlossene Alternative und was soll ich sagen, so unscheinbar die Sony MDR-7506 aussehen umso größer war der Überraschungseffekt.
Eine Beurteilung des Klangs ist immer recht schwierig. Soll es möglichst linear sein? Möchte man eine leichte Betonung der Höhen oder lieber etwas mehr Bass? Der Sony MDR-7506 ist alles aber kein Schönfärber. Er deckt schon recht schonungslos die miesen Seiten eines Mixes auf und ist daher auch zurecht ein gern gesehener Gast in vielen Tonstudios. Besonders hervor gehoben wird immer wieder gerne die Klarheit, das stimmt auch.
Das ist dem recht flachen Frequenzgang geschuldet, in den ganz oberen Höhen fällt er etwas ab, aber das hören nur die wenigsten. Wichtig ist generell der Mittenbereich und dieser ist gut hörbar und der Klang bekommt einen schönen Körper.Die Stereoaufteilung ist gut ortbar, aber nicht mit offenen Kopfhörern vergleichbar. Dennoch lassen sich feine Veränderungen im Stereobild gut orten.
Ganz linear verläuft der Frequenzgang aber nicht, eine leichte Anhebung von 20 – 100 Hz, sowie ein paar Buckel im Bereich über 2000Hz und ein steiler Abfall ab ca. 19000 Hz. Aber das ist durchaus genauso gewünscht und macht den Kopfhörer so beliebt.
Klanglich lässt sich der Sony MDR-7506 gut den ganzen Tag aushalten ohne ermüdend zu wirken, doch wie sieht es mit dem Gefühl auf dem Kopf aus? Hier sollte man sich nicht auf Rezensionen wie diese verlassen, ich habe mittelgroße Ohren und trage keine Brille, der Kopfhörer sitzt wie angegossen auf meinem Kopf, drückt nirgends und ist angenehm leicht so das ich ihn manchmal sogar suche obwohl er auf meinem Kopf sitzt.
Mein Kollege trägt eine Brille und hat große etwas abstehende Ohren, er mag den Kopfhörer zwar sehr gerne, kann ihn aber meist nicht länger als 10 – 20 Minuten ertragen, da er bei ihm dann unangenehm anfängt zu drücken. Also unbedingt vorher einmal zur Probe tragen. In der Regel passt er aber den meisten Menschen sehr gut und alle Gäste in meinem Studio die ihn einmal getragen haben, haben sich bisher nicht beschwert. Er wurde aber auch nicht besonders lobend hervorgehoben, bis auf das Gewicht.
Also dieser Kopfhörer ist baugleich seit 1991 auf dem Markt, mein Exemplar ist schon weit über 15 Jahre alt. Trotz seines geringen Gewichts hält der Sony MDR-7506 auch eine etwas ruppigere Umgangsform aus. Sony hat hier auf Langlebigkeit gesetzt und ein einfaches, tolles Konzept erarbeitet das zudem auch noch reparabel ist. Im Internet kursieren Wartungsanleitungen. Das synthetische Leder mutet erstmal recht filigran an hat sich aber als sehr robust und strapazierfähig erwiesen. Genauso auch die Teile aus Hartplastik, die den Kopfhörer erstmal billig aussehen lassen, aber dafür einen sehr sehr guten Job machen. Hier gibt es nichts zu meckern, höchsten am Design.
Der Schwachpunkt des Sony MDR-7506. Er ist keine Augenweide und wird auch nie einen Design Award gewinnen. Aber mal im Ernst, der Kopfhörer hat in dieser Form schon 30 Jahre auf dem Buckel und ist ein direktes Design Abbild seines Vorgängers, dem erfolgreichen MDR-V6. Der ja bekanntlich Sonys Einstieg in die Studio Kopfhörer bedeutete. Wer also mit einem tollem Designer Kopfhörer auf dicke Hose machen will, ist hier absolut fehl am Platz. Dieser Kopfhörer hat nur eine Aufgabe und zwar, das was reinkommt möglichst genau so wiederzugeben damit man Störgeräusche, Rauschen, nervige Frequenzen und wummerndes Rumpeln herausfiltern kann. Diese Aufgabe kann er, das sogar zu einem sehr guten Preis, gut aussehen können andere.
Viel drin ist nicht im Karton, und auch der glänzt nicht durch ein tolles Äußeres. Er enthält den Sony MDR-7506, einen Stoffbeutel für den Transport und einen vergoldeten 1/4 Zoll Adapter. Das wars, kein Schnick kein Schnack. Aufreißen, Karton wegwerfen, aufsetzen und Musik machen. Kein Gedöns, kein Firlefanz, kein Gear Overload. Mehr braucht man nicht. Klar könnte Sony jetzt Wechsel Ohrpolster reinlegen. Hatte ich bei anderen Kopfhörern auch mal, hab ich sie genutzt? Nein! An dem Zeitpunkt als ich sie braucht wusste ich nicht mehr wo ich sie hingelegt habe.
Eine Aufgabe, er hatte eine Aufgabe. Und die hat er tadellos erfüllt. Ich habe etliche Kopfhörer in der Hand gehabt. AKG, Sennheiser, Beyerdynamic und sogar die Oberklasse von Focal, Neumann, Audeze und Fostex. Der Sony ist und bleibt mein Daily Driver. Ich hab noch einen Ollo Audio X1 für solche Kunden die sich gerne mit schickem Design beeindrucken lassen. Am Ende des Tages aber sitzen alle gespannt unter den günstigen Sonys oder nehmen Trendgemäß die DT-Serie von Beyerdynamic. Klappbar hätte er meinetwegen nicht sein müssen, das Gelenk hätte man sich sparen können. Dennoch ein Feature das viele sehr angenehm finden.
Im Endeffekt kommts auch gar nicht so drauf an. Wer sein Equipment gut kennt wird darauf auch gute Ergebnisse erzielen. Ein schlechter Mix wird nicht besser wenn die Kopfhörer 1500 Euro kosten. Es verhält sich hier ähnlich wie mit den altbewährten Yamaha NS-10. Keine Designwunder, keine Klangkünstler, einfach ehrliche Arbeiter. Davon gibt es im Kopfhörer Bereich auch einige, aber der Sony MDR-7506 ist einer dieser Kopfhörer denen man bedingungslos vertrauen kann. Und ein großer Vorteil ist auch, man findet Ihn recht häufig, er ist weit verbreitet und das macht das Klangerlebnis in fremden Studios sehr vertraut.
Kritikpunkte die man immer wieder hört sind.
Kein abnehmbares Kabel
Empfinde ich als Vorteil, weniger Stecker weniger Schwachstellen.
Die Lederimitat Ohrmuschel kann recht warm werden am Ohr
Das ist richtig an heißen Sommertagen kommt man schnell ins schwitzen. Aber die Ohrpolster sind austauschbar und man bekommt auch tolle Gewebepolster. Sogar in verschiedenen Farben.
Geringe Geräuschdämmung
Ist völlig legitim, das ist kein Kopfhörer für das Fitness Studio oder für den Zoom Call. Auch für Drum Aufnahmen gibt es geeignetere Kopfhörer. Geräusch Unterdrückung ist nicht sein Aufgabenbereich.
Altmodisches Design
Korrekt, wer Design erwartet ist hier falsch, dies ist ein Kopfhörer der seit 30 Jahren genau so hergestellt wird und immer wieder verkauft wird. Es ist ein Klassiker.
